Jaja, auch ich bin seit dieser Woche wieder fleißig. Und da die Osterferien ja auch vorbei sind, ist auch seit Dienstag wieder Schule. Freitag ist bekanntlich auch Schultag und deswegen gibt’s heuteden neusten Schnack aus den Bankreihen
Weniger freuen konnte ich mich heute über die Tatsache, dass mal wieder eine Rechnungswesen-Klausur anstand. Da ich mich mit dem Fach kaum extrem schwer tue, sprang beim letzten mal als Bestätigung ‘ne 5 raus. Unschön! Ansonsten komme ich ja mit allen Fächern gut klar, sodass mein ReWe-Aussetzer nicht ganz so wild ist. Aber dennoch ist es ein Schönheitsfleck, der doch sicher retuschierbar ist,.. oder?
Also habe ich mir die Hintergründe der Buchhaltungswelt nochmal von Leuten erklären lassen, die sich in dem Gebiet deutlich geschickter anstellen, als ich. Ich muss sagen, dass das riesige Fragezeichen über meinem Kopf schon geschrumpft ist, würde aber lügen, wenn ich behaupten würde, das Fragezeichen wäre verschwunden.
Und wie es in solchen Fällen ja immer ist, wurde es wieder größer, als ich den Bogen heute vor mir liegen hatte. “Ääähm.. wie war das nochmal? Skonto? Erlösberichtigung? Verzugszinsen? Vorsteuer? … oder doch Umsatzsteuer?”. Letztendlich entstand ein riesiges Wirrwarr in meinem Kopf und vom einen auf den anderen Moment, ist man plötzlich total verunsichert und bei keinem Lösungsansatz mehr sicher. Blackout! Auf einmal kommt einem das alles komplett fremd vor! Ich glaube, ich spreche gerade ‘ner Menge Schülern aus der Seele.. so auch vielen meiner Klassenkameraden. Nach der Arbeit gab es also erstmal ausführlich kollektives Ärgern!
Schon wieder kein wirklich gutes Gefühl. Das Fragezeichen (das über meinem Kopf) muss noch weiter vertrieben werden. Aber bekanntlich stirbt ja die Hoffnung zuletzt.
Umso älter der Schultag, desto schöner wurde er dann allerdings auch… vor ca. zwei Monaten habe ich mit vier meiner Klassenkameraden eine Präsentation über Produkt- und Sortimentspolitik gehalten. Auf die Bewertung haben wir also ganz schön lange gewartet. Heute war es aber endlich soweit! Aber als wir dachten, wir kriegen jetzt ‘ne Zensur und gut is’, sollten wir weit daneben liegen. Unsere Lehrer haben sich eine neue Bewertungsmethode ausgedacht und hielten diese Präsentationen für eine prima Gelegenheit, diese gleich mal zu testen.
Als erstes bewerteten sie unsere Präsentation nach einem Punkte-System, wie es an Gymnasien üblich ist. Im vergleich zum Standart Schulnoten System, sieht das wie folgt aus:
0 Punkte –> 6
1-3 Punkte –> 5er Bereich
4-6 Punkte –> 4er Bereich
7-9 Punkte –> 3er Bereich
10-12 Punkte –> 2er Bereich
13-15 Punkte –> 1er Bereich
Anschließend multiplizierten sie die Punktzahl mit den Präsentatoren einer Gruppe. Wir wurden mit 12 Punkten bewertet (also eine 2+ im Schulnoten-System). Und da wir zu fünft das Thema präsentierten, hatten wir als Gruppe 60 Punkte.
Und jetzt kam der interessante Teil: Da am Ende Einzelbewertungen dabei rausspringen sollten, mussten die Punkte wieder aufgeteilt werden, auf die Gruppen-Mitglieder. Und da wir selbst ja viel besser einschätzen können, wer mehr und wer weniger zur gesamten Ausarbeitung beigetragen hat, lag es nun an uns. Wir mussten uns nun also als Gruppe an einen Tisch setzen und die Punkte untereinander verteilen. Und naja.. wir waren halt alle so kollegial und entschieden uns dafür, die Punkte gleichmäßig untereinander aufzuteilen. Am Schluss hatten wir also alle 12 Punkte und somit eine 2+.
Im Grunde halte ich dieses Bewertungssystem für sehr gut. Voraussetzung hierbei ist allerdings, dass jeder mit der Situation umgehen kann, auf einmal seine “Freunde” bewerten zu müssen und ggf. auch ehrlich zu sagen “Hanni hat einfach weniger/mehr Punkte verdient als Nanni!”. Außerdem ist natürlich von jedem eine objektive und realistische Ansicht der Bewertung gefragt. Das klappte in manchen Gruppen mehr und in manchen weniger gut. Das Ergebnis meiner Gruppe war wirklich eine richtige Gemeinschaftsarbeit und kein Solo-Spurt, sodass wir guten Gewissens gleichmäßig aufteilen konnten. In einer weiteren Gruppe hat ein Mitglied am Tag der Präsentation gefehlt und trat direkt von sich aus einige Punkte an denjenigen ab, der seinen Part spontan übernommen hat. Super Zug, wie ich finde! So funktioniert das System wirklich gut! Allerdings ging das in anderen Gruppen ein Stückchen anders über die Bühne. Jeder war der Ansicht, er hätte am meisten zum Gesamtergebnis beigetragen… wenn es dann zu bunt geworden wäre, hätten sich logischerweise die Lehrer eingeschaltet.
Über die Methode lässt sich sicher streiten, aber ich halte es für eine super Mischung aus Grundbewertung der Lehrer und Selbsteinschätzung der Schüler. Und wenn die oben genannten Voraussetzungen gegeben sind, dann funktioniert’s auch – ganz bestimmt
Puuuh.. abenteuerlicher Schultag und langsam machen meine Finger hier auf der Tastatur schlapp. Ich meld’ mich wie gewohnt, nächste Woche zurück.
Schönes Wochenende!


